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Antarya und Faelric
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ANKUNFT AUF HILIAN

Das Jahr 1-10

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Das Ende des Exodus II und erster Kontakt mit den Hochelben von Calyrien

Jahr 0
Die Ostküste Hilians

Als die verbliebenen Schiffe der Carpalego Flotte aus dem Nebel auftauchen, liegt die Ostküste Hilians vor ihnen wie eine lange, ununterbrochene Linie aus Klippen. Die steinerne Wand zieht sich ohne Bucht und ohne Hafen bis zum Horizont. Nur das Meer, der Fels und der gewaltige Wasserfall, der aus dem Hochland direkt in den nördlichen Ozean stürzt.

Königin Calestrinia erkennt den Ort sofort. Der Wasserfall ist derselbe, den Königin Karletinia fast dreihundert Jahre zuvor beschrieben hatte, als sie das Nebelmeer in ihren Visionen erforschte. Was einst Prophezeiung war, steht nun vor ihnen. Ohne es zu wissen haben Calestrinia und ihr Bruder Castraphon den Ort erreicht, der Generationen zuvor vorhergesehen worden war.

Die Flotte findet einen Abschnitt der Küste, an dem eine Landung möglich ist. Der Strand ist breit und offen. Das Meer zieht sich weit zurück, bevor das Land ansteigt, und lässt Hunderte Meter nassen Sand, Steine und Treibholz zurück. Die Wellen sind stark, aber gleichmäßig. Boote können sicher anlanden.

Jenseits des Strandes erheben sich die Klippen abrupt. Steile Felswände steigen fünfzig bis siebzig Meter in die Höhe. Es gibt keine Straßen und keine angelegten Wege. Nur schmale natürliche Pfade führen vom Ufer hinauf in das Land darüber.

Die Kalêstrînars gehen an Land.

Kleine Boote verkehren zwischen Schiff und Strand. Frauen tragen Kinder. Alte Menschen werden gestützt und geführt. Bauern, Handwerker und Familien betreten fremden Boden mit allem, was sie besitzen. Sie kommen nicht als Eroberer, sondern als ein Volk, das einen Ort zum Leben sucht.

Etwa zweihundert Soldaten sichern die Landung. Ihre Rüstungen sind abgenutzt, ihre Kräfte erschöpft. Unter so vielen Zivilisten wirken sie weniger, als sie sind.

Was die Kalêstrînars nicht wissen ist, dass sie beobachtet werden.

Hoch über der Küste beobachten die Hochelben von Caelyrien das Geschehen in vollkommener Stille. Sie haben niemals Schiffe dieser Größe gesehen und niemals Schiffe, die aus dem Osten kommen. Sie erkennen sofort, dass diese Neuankömmlinge weder Orks noch Plünderer sind. Sie sehen Kinder, Familien und ein Volk, das sie so noch nie gekannt haben.

Die Fremden gehören nicht zu Hilian.
Und doch stehen sie nun an seinen Ufern.

Und mit dieser ersten Landung beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte Hilians.

ENGDas Ende des Exodus II und erster Kontakt mit den Hochelben von Caelyrien
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Das Jahr 1-10

Das Ende des Exodus II und erster Kontakt mit den Hochelben von Calyrien

Der Herbstwald von Caelyrien

Nach der Landung bleiben die Kalêstrînars mehrere Tage nahe der Küste. Der Schock der Ankunft hält an. Fast dreitausend haben den Exodus überlebt, doch niemand weiß, wo sie sich wirklich befinden oder was jenseits der Klippen liegt. Die Vorräte reichen vorerst aus, dennoch lastet die Unsicherheit schwer auf jeder Entscheidung.

Späher beginnen, ins Landesinnere vorzudringen.

Nachdem sie die schmalen, in den Fels gehauenen Pfade erklommen haben, erreichen die Kalêstrînars den Rand eines Waldes, wie sie ihn noch nie gesehen haben. Das Land öffnet sich zu einem herbstlichen Wald von außergewöhnlicher Schönheit. Blätter leuchten in tiefem Rot, Gold und brennendem Orange. Die Luft ist still, beinahe ehrfürchtig. Sanftes Licht fällt durch das Blätterdach, und der Waldboden ist dicht mit gefallenen Blättern bedeckt.

Als sie weiter nach Westen ziehen, werden im Norden entfernte Gebirgsketten sichtbar. Ihr Gestein ist dunkel und rötlich gefärbt, hart und abweisend. Königin Calestrinia betrachtet sie aufmerksam und entscheidet sich dagegen, in diese Richtung zu ziehen. Das Land dort fühlt sich falsch an. Zu karg. Zu nah an dem, was sie für Orkgebiet hält.

Stattdessen errichten die Kalêstrînars provisorische Lager am Rand des Waldes und auf nahegelegenen Lichtungen. Unterkünfte werden errichtet. Die Feuer bleiben klein. Die Erkundung geht langsam weiter. Tage werden zu Wochen.

Während all dieser Zeit sind sie nicht allein.

Die Hochelben von Caelyrien beobachten jede Bewegung. Sie bewegen sich lautlos durch den Wald, ungesehen und ungehört. Ihre Anwesenheit hinterlässt keine Spuren. Die Kalêstrînars ahnen nicht, dass sie bei jedem Schritt beobachtet werden.

Wochen später schließt sich Königin Calestrinia einer kleinen Erkundungsgruppe an. Bei ihr sind ihr Bruder Castraphon und drei königliche Wachen. Sie folgen einem Fluss, der sich tief in das Land schneidet und eine gewaltige natürliche Schlucht formt. Plötzlich bricht der Boden weg und fällt fünfzig bis hundert Meter in die Tiefe. Am Grund fließt ein breiter Fluss zwischen steilen Steinwänden.

Die Schlucht ist fast hundert Meter breit. Es gibt keinen einfachen Übergang. Das Land wirkt gespalten, als wäre der Kontinent selbst aufgerissen worden. Stromabwärts verschwindet der Fluss in Richtung Meer und speist den gewaltigen Wasserfall, den sie von den Schiffen aus gesehen haben.

Der Wald erhebt sich dicht auf beiden Seiten der Schlucht.

Hier kommt es zum ersten Kontakt.

Auf der gegenüberliegenden Seite treten Gestalten zwischen den Bäumen hervor. Hoch. Schlank. Bewaffnet, aber ruhig. Die Hochelben geben sich endlich zu erkennen. Sie heben ihre Waffen nicht. Stattdessen hebt ihr Anführer eine Hand in einer präzisen, uralten Geste und spricht ein einziges Wort in ihrer Sprache.

Castraphon will gerade antworten, doch Calestrinia handelt schneller.

Sie wiederholt dasselbe Wort und spiegelt die Geste exakt.

Sie hatte sie vor langer Zeit von Narńîel gelernt, im Limbus, als er sich von ihr verabschiedete. Er hatte ihr gesagt, es sei der älteste Gruß und Abschied der Elben, von Eltern an ihre Kinder weitergegeben und über Zeitalter hinweg als Zeichen des Respekts bewahrt.

Die Reaktion ist unmittelbar.

Die Hochelben erstarren in sichtbarer Überraschung. Selbst ihr Anführer zögert einen kurzen Moment. Diese fremde Königin kennt eine Geste, die jenseits ihres Volkes nicht existieren dürfte.

Castraphon wendet sich fassungslos an seine Schwester. Die Wachen tauschen unruhige Blicke. Niemand versteht, woher sie dieses Zeichen kennt. Calestrinia gibt keine Erklärung. Niemand kennt den Limbus. Niemand darf davon wissen.

Nach einer kurzen Pause tritt der Anführer der Elben vor und stellt sich vor.

Sein Name ist Ael Viaronel
Gesandter und Hüter der Waldpfade von Caelyrien. Mit diesem Austausch ist das Schweigen zwischen den Völkern gebrochen.

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Viele Fragen bleiben unbeantwortet. Wer die Kalêstrînars sind, woher sie kommen und was sie erlitten haben, lässt sich nicht in wenigen Gesprächen erklären.

Es dauert nicht lange, bis die Hochelben Hilfe anbieten.

Sie stellen Nahrung, Kleidung und Unterkünfte zur Verfügung, im Bewusstsein, dass es sich bei den Kalêstrînars größtenteils um Zivilisten handelt. Von fast dreitausend Überlebenden sind nur wenige Hundert ausgebildete Krieger.

Nach sorgfältiger Beratung mit ihrem Bruder Castraphon nimmt Königin Calestrinia das Angebot an. Es wird vereinbart, dass die Kalêstrînars vorübergehend auf mehrere elfische Gemeinschaften innerhalb der Wälder von Caelyrien verteilt werden.

So werden die Kalêstrînars unter den Schutz der Elben gestellt.

Innerhalb der Wälder entdecken sie eine Welt, die ihnen völlig fremd ist. Das Land ist erfüllt von Herbstfarben in Rot, Gold und Bernstein. Seltsame Tiere bewegen sich frei zwischen den Bäumen.

Einhörner werden manchmal aus der Ferne gesehen, ruhig und wachsam. Die Sprache der Elben, ihre Bräuche und ihre stille Harmonie mit der Natur hinterlassen einen tiefen Eindruck. Nach dem Leid des Exodus wird diese Schönheit zu einer Form der Heilung.

Auf beiden Seiten wächst die Neugier.

Die Hochelben beobachten die Kalêstrînars aufmerksam und mit Interesse. Diese Menschen unterscheiden sich stark von jenen, die man andernorts auf Hilian kennt. Ihre Sprache, ihr Gemeinschaftssinn, ihre Wärme, ihr Lachen und ihr Respekt vor der Natur überraschen die Elben, die an Menschen gewöhnt sind, die verbrauchen statt zu koexistieren.

Mit den Monaten werden die Kalêstrînars sesshafter. Sie errichten provisorische Behausungen, lernen die Waldpfade kennen und gewinnen ein gewisses Maß an Selbstständigkeit, stets jedoch unter elfischer Führung.

Im achten Monat des Jahres 0 werden Königin Calestrinia, ihr Bruder Castraphon und eine formelle Delegation nach Süden nach Caelora geleitet, der Herbststadt des Reiches Caelyrien und der ältesten Stadt Hilians.

Dort, zwischen uralten Bäumen und Stein, geformt lange vor der Geschichte der Menschen, erhalten sie eine Audienz bei Prinz Thaelion Aerendir, dem Herrscher der südlichen Gebiete Caelyriens.

Das Treffen ist kein Gericht, sondern der Beginn einer längeren Unterredung.

Sie wird entscheiden, ob die Kalêstrînars Gäste in den Wäldern bleiben oder ob sie eines Tages einen eigenen Platz auf dem Land von Hilian beanspruchen werden.

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Das Jahr 1-10

Das Ende des Exodus II und erster Kontakt mit den Hochelben von Cealyrien

Jahr 0
Monate 3 bis 8
Die Wälder von Caelyrien und die Herbststadt

Nach dem ersten Kontakt an der Schlucht werden regelmäßige Treffen zwischen Gesandten der Hochelben von Caelyrien und einer kleinen diplomatischen Gruppe der Kalêstrînars eingerichtet.

Die Verständigung verläuft ruhig und respektvoll, jedoch langsam.

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Das Jahr 1-10

Das Ende des Exodus II und erster Kontakt mit den Hochelben von Calyrien

Jahr 0
Monate 8 bis 12 Caelora und die Sprache der Schönheit

In Caelora, der Herbststadt des hochelfischen Reiches, bleiben Königin Calestrinia und ihr Bruder Castraphon mehrere Wochen. In dieser Zeit werden sie tief in die Kultur der Hochelben von Caelyrien eingeführt. Die Stadt selbst hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Caelora ist nicht gegen die Natur gebaut, sondern in ihr.

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Uralte Bäume ragen durch steinerne Terrassen. Flüsse fließen offen durch die Stadt, gelenkt statt eingeschlossen. Die Gebäude wirken gewachsen statt errichtet, geformt nach Licht, Wasser und Wind. Selbst für die Kalêstrînars, die der Natur stets mit Respekt begegnet sind, übertrifft diese Harmonie alles, was sie bisher kannten.

Die Eleganz der Hochelben ist unverkennbar. Ihre Sprache fließt mit Präzision und Sanftheit. Ihre Bewegungen sind bewusst, ihre Ausstrahlung ruhig.

Schönheit ist hier keine Verzierung, sondern Gleichgewicht. Calestrinia spürt, wie tief Ästhetik und Bedeutung im elfischen Leben miteinander verbunden sind.

Etwas Unerwartetes zieht besondere Aufmerksamkeit auf sich.

Die traditionelle Haartracht der Kalêstrînars, vor allem von Frauen getragen, wird unter den Hochelben zum Gegenstand der Faszination.

Das Haar ist seitlich geflochten und nach hinten geführt, wo es gesammelt und fixiert wird. Ein einzelnes Schmuckstück hält es zusammen.

Dieses kann ein Medaillon sein, ein polierter Stein, eine geschnitzte Spange oder eine schlichte Bindung, oft gewählt aus persönlicher oder symbolischer Bedeutung.

Unter den Kalêstrînars steht diese Frisur für Reife, Zugehörigkeit und Kontinuität. Sie ist praktisch und zugleich fein. Unter den Hochelben wird sie sofort als etwas Seltenes erkannt.

Eine menschliche Tradition, geprägt von Sorgfalt, Geduld und Schönheit.

Elbische Frauen betrachten die Flechtungen aufmerksam. Sie sprechen von dem Gleichgewicht zwischen Ordnung und Freiheit im fließenden Haar.

Schon bald wird der Stil übernommen, angepasst und still bewundert innerhalb Caeloras, besonders unter jenen Elbinnen, die subtile Eleganz dem Prunk vorziehen.

Die größte Herausforderung bleibt jedoch die Sprache.

Keines der beiden Völker spricht die Zunge des anderen. Zunächst stützt sich die Verständigung auf Gesten, Zeichnungen und das vorsichtige Wiederholen einfacher Worte.

In dem Bewusstsein, wie wichtig gegenseitiges Verstehen ist, verpflichten sich beide Kulturen mit Ernst zum Lernen. Gelehrte, Schreiber und Sprachkundige beider Seiten beginnen gemeinsam zu arbeiten.

Dank der schriftlichen Tradition der Kalêstrînars und der uralten Schriftsprache der Elben schreitet der Fortschritt schneller voran als erwartet. Wörter werden verglichen.

Begriffe einander angenähert. Die Schrift wird zur Brücke dort, wo das gesprochene Wort versagt.

In den folgenden Monaten entsteht so eine gemeinsame Grundlage.

Dies markiert den Beginn einer längeren Vorbereitung. In den kommenden Jahren werden die Kalêstrînars nicht nur die Sprache der Hochelben erlernen, sondern auch die Geografie, die Geschichte und die Natur Hilians selbst.

Diese Lehren werden sich später als entscheidend erweisen, wenn ihnen schließlich Land gewährt wird und sie gebeten werden, ihre Kultur auf neuem Boden wieder aufzubauen.

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Das Jahr 1-10

Das Ende des Exodus II und erster Kontakt mit den Hochelben von Cealyrien

Zwischen dem vierten und sechsten Jahr beginnt die Zeit der Exploration. Königin Calestrinia ist nun dreiunddreißig Jahre alt, ihr Bruder Kastrafon dreißig. Gemeinsam mit den Hochelben wird erstmals ernsthaft ein mögliches Landstück in Erwägung gezogen. Es liegt weit entfernt, etwa sechs Monate Fußmarsch vom bisherigen Aufenthaltsgebiet.

Das Land ist von Bergketten umschlossen und besitzt einen Zugang zu einer großen See, die über einen natürlichen Kanal mit dem offenen Meer verbunden ist. Es ist fruchtbar, wasserreich und dennoch unbewohnt.

Königin Calestrinia reist mit einer kleinen Gruppe Hochelben zu Pferd. Ihr Bruder bleibt zurück. Die Reise dauert fast zwei Monate. Vor Ort wird das Land sorgfältig erkundet, vermessen und katalogisiert. Küstenlinien, Flussläufe, Böden und natürliche Schutzräume werden festgehalten.

Am Ende der Erkundung dankt Königin Calestrinia den Hochelben mit einem Versprechen. Auf dem zentralen Marktplatz der ersten Stadt, die hier entstehen wird, soll ein Monument errichtet werden. Es soll den Beginn der Freundschaft zwischen den Kalêstrînars und den Hochelben bewahren.

Die erste Stadt wird nahe der Küste gegründet. Ihr Name lautet Kaira Lindra.
Kae in Anlehnung an Caelyrien.
Lindra ist das hochelfische Wort für vier Frieden.

So trägt die erste Stadt der Kalêstrînars bewusst den Namen Elbischer Frieden, ein Name, der über Jahrhunderte bestehen soll.

Nach der Rückkehr vergehen weitere Jahre der Vorbereitung. Das Volk wird gesammelt, organisiert und auf die große Umsiedlung vorbereitet. Der Aufbau der neuen Heimat nimmt mehrere Jahre in Anspruch. Mit Hilfe der Hochelben entstehen die ersten Siedlungen vergleichsweise rasch.

Gegen Ende des zehnten Jahres auf Hilian haben nahezu alle Kalêstrînars das neue Land bezogen. Nur wenige bleiben bei den Hochelben. Aus persönlichen Gründen. Aus tiefer Verbundenheit. Manche durch Bande, die stärker sind als Herkunft.

Es sind nur wenige. Doch sie bleiben als stilles Zeichen der gewachsenen Nähe zwischen den Völkern.

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Das Jahr 1-10

Das Ende des Exodus II und erster Kontakt mit den Hochelben von Cealyrien

Zwischen dem elften und vierzehnten Jahr beginnt ein entscheidender Abschnitt in der Geschichte der Kalêstrînars. Kein äußerer Konflikt, sondern ein innerer Bruch, der sich langsam formt.

Nachdem das neue Land bezogen ist und die ersten Städte längst stehen, wird eine Frage aufgeworfen, die der Tradition folgt. Das Land soll benannt werden. Seit jeher geschieht dies nach einer Umwanderung zu Ehren der herrschenden Person. Frühere Reiche trugen die Namen von König Karletin und König Karlanitania. Nun stehen zwei Namen im Raum. Calestrinia und Castraphon .

Königin Calestrinia verzichtet auf eine Entscheidung durch Erlass. Sie überträgt die Wahl dem Volk.

Auf einer offenen Steppe werden zwei große Körbe aufgestellt. Einer ist blau. Einer ist schwarz. Blau steht für Calestrinia. Schwarz steht für Castraphon. Jeder Kalêstrînar nimmt einen Stein aus der Steppe und wirft ihn im Vorbeigehen in einen der beiden Körbe. Es gibt keine Worte und keine Erklärungen.

Die Reihen sind lang. Alte Menschen. Kinder. Familien. Seeleute. Handwerker. Alle folgen demselben Weg.

Der blaue Korb füllt sich schnell. Bald reicht sein Volumen nicht mehr aus. Steine werden daneben abgelegt. Der schwarze Korb bleibt deutlich leerer.

Das Ergebnis ist eindeutig.

Calestrinia nimmt die Entscheidung schweigend an.

Castraphon erlebt die Abstimmung als persönlichen Verlust. Er bleibt äußerlich gefasst. Innerlich zieht er sich zurück. Die Nähe zwischen den Geschwistern verändert sich von diesem Tag an.

In den folgenden Jahren bleibt Kastraphon im Land. Er nimmt an Ratsversammlungen teil. Er erfüllt seine Aufgaben. Doch Gespräche zwischen ihm und Calestrinia werden seltener. Entscheidungen werden getrennt vorbereitet. Vertrauen wird nicht mehr vorausgesetzt.

In derselben Zeit schreitet der Aufbau des Landes voran. Grenzlinien werden festgelegt. Handelswege entstehen. Caeraliyndra wächst zur zentralen Stadt heran. Das Monument des Elbischen Friedens wird errichtet und öffentlich eingeweiht.

Parallel dazu beginnt sich ein stiller Kreis um Castraphon zu formen. Einige Kalêstrînars suchen seine Nähe. Sie hören ihm zu. Sie teilen seine Zurückhaltung. Es entsteht keine offene Fraktion, doch eine erkennbare Trennung im Denken.

Calestrinia nimmt diese Entwicklung wahr. Sie greift nicht ein. Sie setzt auf Stabilität und Zeit.

Zwischen dem elften und vierzehnten Jahr verfestigt sich ein Riss, der später nicht mehr zu schließen sein wird. Er entsteht ohne offene Feindschaft und ohne Gewalt.

Er entsteht durch Abstand.

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Das Jahr 15-55

Das Ende des Exodus II und erster Kontakt mit den Hochelben von Cealyrien

Nach der Spaltung verlässt Castraphon mit etwa tausend Gefolgsleuten das Land und zieht nach Osten. Dort beginnt er, ein eigenes Reich zu formen.  Castraphon. 

Der Abschied ist endgültig. Zwischen beiden Reichen besteht zunächst kein offener Konflikt, aber auch kein enger Kontakt mehr. Die Trennung wird Teil der Geschichte.

Im verbleibenden Land beginnt unter Königin Calestrinia eine lange Phase des Aufbaus. Die Geburtenrate steigt spürbar. Sicherheit, fruchtbare Böden und stabile Strukturen führen dazu, dass sich das Volk rasch vermehrt.

Über Jahrzehnte wächst die Bevölkerung stetig an. Das Land gewinnt Zeit. Zeit zum Planen, zum Lernen, zum Ordnen.

Caeralyndra entwickelt sich zur Hauptstadt und zum politischen Zentrum des Reiches Kalistrinia.

Hafenanlagen werden erweitert. Handelsviertel entstehen. Werkstätten, Lagerhäuser und Märkte prägen das Stadtbild. Von hier aus werden Straßen und Handelswege in alle Richtungen angelegt.

Weiter im Norden beginnt der Bau einer zweiten großen Stadt. Ihr Name ist Catres.

Sie entsteht strategisch günstiger gelegen, näher an Gebirgen und Übergängen. Catres wird zu einem militärischen und handwerklichen Schwerpunkt. Mauern werden errichtet. Garnisonen aufgebaut. Das Heer bleibt defensiv ausgerichtet, gut organisiert, klar strukturiert und auf den Schutz des eigenen Landes konzentriert.

Im ganzen Reich entstehen Dörfer und kleinere Städte. Häfen verbinden Küste und Binnenland.

Landwirtschaft, Fischerei, Handwerk und Handel wachsen zusammen. Die Wirtschaft wird vielfältiger und stabiler.

Überschüsse ermöglichen Vorräte, Ausbildung und Spezialisierung.

Kulturell behalten die Kalêstrînars ihre Identität. Gleichzeitig beginnt eine langsame Umformung.

Die Begegnung mit Hilian verändert Denken und Selbstverständnis. Neue Maßstäbe entstehen. Architektur passt sich Landschaft und Klima an. Recht und Ordnung werden vereinheitlicht. Schrift,

Archive und Verwaltung gewinnen an Bedeutung.

Außenpolitisch geht Kalistrinia vorsichtig vor.

Erste diplomatische Kontakte zu anderen Völkern werden aufgenommen, stets mit Zurückhaltung und meist auf Empfehlung der Hochelben. Handel wird erprobt. Grenzen werden respektiert. Konflikte werden vermieden, wo es möglich ist.

Über all dem liegt der fortbestehende Schatten der Spaltung. Königin Calestrinia weiß um die langfristigen Folgen. Sie kennt die Tiefe dieses Bruchs. Sie weiß, dass seine volle Bedeutung erst Jahrhunderte später sichtbar werden wird.

Doch für diese fünfzig Jahre gilt der Blick dem Aufbau, der Stabilität und dem Fortbestehen des Reiches.

Das Königreich Calestrinia wächst.

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Gesamtbevölkerung Jahr 826
100 000 Kalêstrînars

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Bevölkerungsstruktur

Frauen 33 000

Männer 32 000

Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre 35 000

Zivile Bevölkerung

Bürgerinnen und Bürger insgesamt 83 000

davon
Landwirtschaft, Handwerk, Handel, Verwaltung, Seefahrt

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Militärische Kräfte

Militär gesamt 17 000

davon
Soldaten 15 000

Ritter 2 000

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Die Jahre der Königin Calestrinia

Das Ende des Exodus II und erster Kontakt mit den Hochelben von Cealyrien

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