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Das Volk der Tarnakar

Das Volk der Tarnakar lebt in einem abgelegenen Gebiet zwischen steilen Gebirgskämmen, die einen langen, nebelverhangenen Korridor umschließen. Dieser Korridor erstreckt sich über hunderte von Kilometern und ist erfüllt von einem stetigen, schweren Dunst, der sich nie vollständig lichtet. Inmitten dieses Nebelwaldes haben die Tarnakar ihre Heimat gefunden, abgeschieden von den Reichen Hilians und verborgen in Fels, Schlucht und Schatten.

Die Atmosphäre ist feucht, dunkel und unheimlich still, als würde die Landschaft selbst den Atem anhalten.

Die Tarnakar stammen ursprünglich von den Darnalinians ab, einer alten Linie der Hochelben, die während des uralten Drachenkrieges eine entscheidende Rolle spielten. In jenen Zeiten kämpften sie direkt gegen Drachen und gingen mit einer Wildheit vor, die ihresgleichen suchte. Durch den langen Kontakt mit Drachenblut, Drachenfeuer und den giftigen Ausdünstungen dieser Kreaturen erlitten sie eine Verwandlung, die über Generationen hinweg ihr Wesen prägte.

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Ihre Haut veränderte sich und zeigt heute schuppige Partien, etwa am Oberarm, an der Stirn oder am Rücken. Ihre Augen wirken oft glühend, ihre Bewegungen geschmeidig und unruhig, und manche von ihnen tragen Merkmale, die etwas Ursprüngliches und Unzähmbares ausstrahlen.

Die Verwandlung war nicht nur körperlich.

Sie veränderte ihren Geist und ihre Kultur. Die Tarnakar zogen sich tiefer in die südlichen Regionen der Gebirgsketten zurück und gründeten die Tarnakanischen Höhlen, ein Netz aus Felskammern, Lavaadern, Schmiedehallen und natürlichen Festungen.

Dort entwickelten sie eine rauflustige, harte Lebensweise.

Ihre Gesellschaft ist direkt und ungefiltert, ihre Sprache knapp und grob, ihre Loyalität untereinander unerschütterlich. Sie achten Stärke, Ausdauer und Mut. Zögern gilt als Schwäche, Diplomatie als unnützes Werkzeug, und Mitleid wird als fremd empfunden.

Ihre Waffen schmieden sie aus Steinmetall, Obsidian, vulkanischem Gestein und gehärteter Lava. Viele ihrer Klingen tragen hitzebeständige Rillen, gezackte Schneiden oder Einkerbungen, die speziell dazu dienen, die Schuppen von Drachen aufzubrechen. Sie jagen und töten Drachen nicht aus Hass, sondern aus Tradition. Der Drachenkampf ist ihre Bestimmung, ihr Erbe und der Mittelpunkt ihrer Identität.

Sie sind die geschicktesten Drachentöter, die Hilian je kannte.

Mit Zwergen pflegen sie gelegentlich Handel, denn Zwerge verstehen ihre Schmiedekunst und fürchten ihre Wildheit weniger. Menschen hingegen meiden sie vollständig und töten Eindringlinge oft, bevor Worte gewechselt werden. Die Hochelben betrachten sie mit Misstrauen, die Tarnakar wiederum sehen in den Hochelben ein Volk, das einst wegsah, während sie selbst ihr Leben im Drachenkrieg riskierten.

Daraus entspringt eine tiefe Rivalität, die nie beendet wurde.

Die Tarnakar leben abgeschottet, brutal, stolz und ungebrochen. Ihre Höhlen hallen von Schmiedehämmern, rauen Stimmen, Feuerknistern und dem Echo alter Kriegsrufe. Für viele sind sie ein Mythos, ein Flüstern im Nebel. Doch wer je den Nebelpass durchwandert hat, weiß, dass dieses Volk real ist und dass ihre Präsenz die Gebirge tief im Süden erfüllt wie ein alter Herzschlag, ungezähmt und urgewaltig.

ENGThe Tarnakars
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